Sonntag, 26. April 2015

Das gelbe Kleid - revisited

Das gelbe Kleid hatte ja in den letzten Jahren immer wieder mal seinen Auftritt. Es begann mit meiner Suche nach meinem Wunschkleid, dann folgte der Wunsch, ich könnte es in meiner tatsächlichen Größe bekommen und schließlich mit dem Kauf dieses Kleides, das meinem Wunschmodell zumindest ziemlich nahe kam und damals tatsächlich in einer Größe 50/52 zu haben war.

Das Kleid ist ein Symbol und Begleiterin auf der jahrelangen, oft mühsamen Reise zu dicker Selbstakzeptanz. Die Aufgabe war immer, das Kleid, wo es nun sogar schon in meiner Größe existiert, auszuführen und so richtig SICHTBAR zu werden. In langen zeitlichen Abständen habe ich es aus dem Schrank geholt und immer mal wieder anprobiert. Warten musste das Kleid auf seinen großen, öffentlichen Auftritt allerdings bis heute. Anlässlich dieses Ereignisses habe ich mich bemüht, eine meiner sehr seltenen und eher holprigen OOTD-Produktionen auf die Beine zu stellen.

Mittlerweile habe ich allerdings auch begriffen, dass das Kleid eben nicht nur für ein dickes Ich eine Herausforderung ist, sondern dieses auf für eine dünne Nicola wäre. Es verschiebt sich bei jeder Bewegung. Es ist durchsichtig. Es wird nur durch zwei klitzekleine Knöpfe und zwei Schläufchen aus Fädchen zugehalten. Der Ausschnitt ist sehr tief, klappt leicht auf und ist im Prinzip unberechenbar, wenn man nicht alles extra-gründlich zubindet. Obwohl ich mit Nacktheit heutzutage kaum mehr Probleme habe - die sehr reale Gefahr, mitten auf der Straße oder bei einem Kunden im Büro plötzlich im Schlüpper dazustehen, ist keine angenehme Vorstellung, egal ob dick oder dünn. Man muss es halt dann auch endlich begreifen: Dieses perfekte Kleid ist nun einmal gar nicht perfekt für ein echtes Leben. Und obwohl ich das Kleid (besonders die Farbe) noch immer sehr mag, hat sich mein Geschmack wohl auch etwas verändert. Mein perfektes Kleid sähe heute womöglich doch ein wenig anders aus. Auf jeden Fall hätte es weniger Eigenleben. Mal sehen, vielleicht mache ich mich noch einmal auf die Suche.

Heute habe ich nun den Rat befolgt, den mir  eine Leserin bereits vor Jahren gab: Ich habe unter dem Kleid Vorrichtungen installiert, die unerwünschtes Nackigmachen verhindern. Leggings und ein langes T-shirt. Was ich dabei außerdem festgestellt habe, ist, dass ich mich durchaus an den Anblick meiner Beine, (insbesondere auch der Knie und Oberschenkel) in farbigen Strümpfen gewöhnen könnte. Das ist u. U. mal etwas, was ich zukünftig öfter in die/der Welt tragen werde.

Ansonsten ist zwischen dem gelben Kleid und mir alles wie sonst auch - wir sind beide ungebügelt.



Kleid: alt, von Manon Baptiste
Schuhe: alt, Primark UK
Leggings: weiß nicht mehr
T-shirt: sehr alt, H&M
Kette, alt, ZARA
Armreif: alt, Topshop London






Links: Badezimmerspiegel-Selfie mit Dreckwäsche und Gerümpel. Rechts: Die Entdeckung der eigenen Oberschenkel.















© Nicola Hinz 2015

Donnerstag, 23. April 2015

Theo und die Maskulisten

"If you're not outraged, you're not paying attention."*

(Die Damen vom Women & Women First Book Shop, Portlandia, Staffel 1, Episode 1)


Erster Buchtipp der Woche


Schrift wird ohnehin komplett überbewertet. ; ) www.hotguysandbabyanimals.com

Die Maskulisten

Maskulisten oder Aktivisten/Anhänger der modernen Männerrechtsbewegung, betrachten Männer als Opfer in einer Welt, die mittlerweile von Frauen dominiert wird. Ihr Ziel ist es, die "feministische Unterwanderung" der Gesellschaft zu stoppen und die Rechte von Männern zu stärken. Die Subkultur der Maskulisten überlappt deutlich mit denen von Familienfundamentalisten, Hobbybiologisten, Homophobikern, Rassisten und Neonazis.

Ihr Hauptaktionsfeld ist noch immer das Internet, wo Maskulisten sich gern in den Kommentarspalten oder bei Twitter tummeln, um die eigene Weltanschauung zu verbreiten und zu verteidigen. Zwei der wichtigsten Anlaufstellen im Netz sind "Wie viel Gleichberechtigung verträgt das Land" und "WikiMANNia".

Zu den bekanntesten Vertretern der Bewegung in Deutschland zählen u.a. der Autor Arne Hoffmann, Bernhard Lassahn (ja genau - der hat Käpt'n Blaubär erfunden) und Eugen Maus (Gründer von "MANNdat").

Und es kam schlimmer: Die dicke Feministin. 

Das maskulistische Weltbild ist zum Bersten vollgestopft mit Feindbildern - neben gierigen Exfrauen und herrischen Kindsmüttern, sind da nicht nur Feministinnen an sich, sondern gern auch mal Schwule und "Ausländer"und...andere Männer im Allgemeinen. Denn Männer die nicht gegen eine Gleichstellung der Geschlechter sind, werden in der Szene u.a als "lila Pudel" bezeichnet.


Ein neueres, aber selbstverständlich nur allzu offensichtliches Feindbild ist die Fettakzeptanz-Bewegung. Die dazugehörige Gleichung ist keine Überraschung: Dicke Frau = hässlich = erfolglos bei Männern = Lesbe = Feministin. In den USA, wo Fat Pride und Fat Feminism natürlich öffentlich ohnehin viel sichtbarer sind, als hier, nimmt auch der maskulistische Widerstand in diese Richtung verstärkt zu. Fast amüsant finde ich die Tatsache, dass die Argumente der Wahl oft ausgerechnet auf die angebliche Gesundheitsgefährdung der fetten Feministin abstellen. Andere bemühen gar kulturgeschichtliche Betrachtungen oder die Evolution als Kampfmittel.


"Wenn der Staat Gleichberechtigung verordnen will, 
sollte er (...) mit gutem Beispiel vorangehen" 

Das war eine Unterüberschrift zu einem Artikel in der Zeit (Nr. 11, 12.03.2015) von Elisabeth Niejahr. Es ging um gleiche Bezahlung für Männer und Frauen, und nur um das klar zu sagen: Die Elisabeth ist schon dafür. Was mir als ehemaliger und genervter Zeitleserin nur gleich wieder auffiel, war der trotzige Seitenhieb beim Einstieg...

Denn das Lamentieren und Sticheln über "staatlich verordneten Feminismus" und den drohenden Untergang der Männlichkeit/Männer in unserer Gesellschaft wurden in der Zeit in den letzten Jahren so vehement betrieben, dass ich bekanntlich auf die Lektüre der "Bravo für Abiturienten" (Volker Pispers - ja ich wiederhole es immer wieder gern;)) mittlerweile komplett verzichte und auf dem Klo nur noch das manager magazin (kein Witz übrigens) lese, denn das ist nicht ganz so anti-feministisch und reaktionär.

Außerdem kann man das Elend ja irgendwann nicht mehr mit ansehen, auch nicht in der wöchentlichen Zeitung...Jungen versagen grundsätzlich alle in der Schule, weil die Lehrerinnen sie hassen, und die, die danach nicht durch eine feministische Opferkultur verunglimpft als Vergewaltiger im Knast landen, schuften sich zu Tode, um den Unterhalt für Ex-Ehefrauen und Kinder zu sichern, wobei sie ihre letzte Energie im Kampf ums Besuchsrecht lassen und dann im zarten Durchschnittsalter von 78 Jahren und ewig lange vor den Frauen (die werden im Durchschnitt 83 Jahre) verglühen. Und dann will ihnen Alice Schwarzer auch noch das Recht streitig machen, sich zwischendurch gelegentlich eine Zwangsprostituierte zu kaufen.

Im Ernst: Die Männerrechtsbewegung (Maskulismus) ist vielleicht hauptsächlich, aber eben nicht nur eine Subkultur zutiefst verstörter und wütender (zumeist weißer, heterosexueller) Männer, die sich im Zuge ihres privaten, verzweifelten Ringens um Identität und männliche Selbsteinordnung vor dem Bildschirm (zumeist anonym) Luft machen. Die Weltbilder und die Wut der Frauenhasser (ja, das sind sie - und nicht vorrangig Männerechtler) schwappen eben auch zunehmend wieder in den Mainstream, in Form von mehr oder weniger vorsichtig dosierter Feminismuskritik. Die Zeit macht mit, der Spiegel macht mit, der Focus macht mit, die FAZ macht mit. Die Uni Düsseldorf macht mit und richtet "Männerkongresse" aus, auf denen es eher maskulistisch als wissenschaftlich zugeht. Und damit das Ganze dann gar nicht so frauenfeindlich wirkt, werden gern weibliche Antifeministen vorgeschickt.

Theo

Vielleicht sollte frau einfach mal einen Mann fragen, wie es sich aus seiner Sicht mit der voranschreitenden Entrechtung des männlichen Geschlechts verhält.

Um genau zu sein, sollte frau Theo fragen, denn frau kann sich darauf verlassen, dass er eine Meinung hat. Außerdem gehört Theo natürlich zu der Bevölkerungsgruppe, die weltweit augenscheinlich am allerwenigsten (soll heißen so gut wie nie - außer vielleicht im Damenklo oder bei einer Stillgruppe) Diskriminierung erfährt. Er ist männlich, weiß, Westeuropäer, mittelalt, akademisch gebildet, wirtschaftlich stabil, groß, hatte insgesamt viel Glück im Hinblick auf das Erfüllen geltender körperlicher Attraktivitätsstandards und hat keine Behinderung. Dennoch ist er einer, für dessen Rechte Arne Hoffmann et. al. kämpfen.



Ich: Willst du denn, dass die für deine Rechte kämpfen?

Theo: Für welche Rechte?

Ich: Zum Beispiel dein Recht auf blaue Überraschungseier.

Theo: Also, von der Häsin hier wirst du nicht viel abkriegen.

Ich: Wie findest du das, dass es spezielle Überraschungseier für Mädchen gibt?

Theo: Kommt darauf an, was drin ist...Oh, das ist ne Katze! Mit so einer kleinen Schleife im Haar!...Oder ist das ein Fuchs? Das könnte auch ein Fuchs sein!

Ich : Auf jeden Fall ist es ein Ring.

Theo: Ach, das ist ja toll!...Ist mir aber zu klein. Wie ich das finde, dass es Mädcheneier gibt?

Ich: Als sie vor ein paar Jahren auf den Markt kamen, gab es eine Protestwelle von Feministinnen. Die haben gegen die systematische "Pinkisierung" von Mädchen protestiert. Dann hat die Feministin Antje Schrupp eine sehr interessante Analyse geschrieben, die besagt, dass das pinkfarbene Ei für Mädchen nur eine"zusätzliche" Option ist. Sie können beides - "Mädchen" und "Für alle". Jungs nicht. Das pinkfarbene Ei ist eher so ein Warnschild für sie, denn wer sich als Junge in Mädchenwelten begibt, muss mit erheblichem Spott rechnen.

Theo: Aber Jungs können sich die Eier doch auch kaufen, wenn sie wollen. 

Ich: Das werden sich die meisten nicht trauen.

Theo: Das sollte man schon ihnen überlassen. Vielleicht ja irgendwann doch.

Ich: Es gab, soweit ich weiß, bisher kein blaues Überraschungsei - jedenfalls nicht durchgängig. Ist das unfair?

Theo: Ja, natürlich ist es das.

Ich: Ich habe dich ja vorhin schon gefragt, ob du von der Männerrechtsbewegung eigentlich schon mal gehört hast, und du hast gesagt...

Theo:...nein. Aber von einer Bewegung von Vätern, die keine Rechte an ihren Kindern haben, und sich zur gegenseitigen Unterstützung organisieren. Ich nehme an, deren Anliegen haben schon ihre Berechtigung.

Ich: Leider gibt es oft recht deutliche Verbindungen zwischen Väterrechtlern und Maskulisten. Und beide Gruppen stilisieren sich gern zu Opfern. Bist du Maskulisten noch nie im Internet begegnet?

Theo: Nein, nicht bewusst.

Ich: Und bist du bisher überhaupt groß mit Feministinnen in Berührung gekommen?

Theo:...Naja...Mit einer Feministin zumindest. Und wenn das alles so extreme Tanten sind, wie du...

Ich: Sind Feministinnen Männerhasserinnen?

Theo: Ich könnte mir schon vorstellen, dass es verschiedene Strömungen und dass es auch durchaus Männerhass unter einigen Feministinnen gibt. Grundsätzlich ist es mein Eindruck, dass die Botschaft oft schon sehr unlocker bis aggressiv rüberkommt. Aber nicht jeder Rezipient ist schlau genug, um zu begreifen, dass Ton und Botschaft nicht das Gleiche sind. Und dann erreicht man die Dummen wohl noch schlechter, als vermutlich ohnehin schon.

Ich: Fühlst du dich Frauen gegenüber in unserer Gesellschaft benachteiligt?

Theo: Nein.

Ich: Hast du dich aufgrund deines Mannseins jemals diskriminiert gefühlt?

Theo: Nein. Und es bringt auch nichts, auf alten Privilegien herumzureiten. 

Ich: Dann brauchst du auch keine Männerechtsbewegung, die für deine Rechte kämpft? Und es braucht keine Gegenbewegung zum Feminismus für Ausgewogenheit?

Theo: Nein. Der Feminismus gehört unterstützt. Bis auf so Männerhasserinnen wie dich.

Ich: Schau mal auf diese Website und sag mir, ob du nun womöglich ein "lila Pudel" bist?

Theo: Nein, bin ich nicht. Sich für Frauenrechte auszusprechen, ohne allerdings aktiv irgendwas beizutragen, ggf. mit Ausnahme dieses Interviews, macht noch keinen Pudel. Des Weiteren bin ich durchaus "pro Mann" - als Mitglied dieses Geschlechts. Das ist aber nicht gleich "gegen Frau".

Ich: Wieviel Gleichstellung verträgt das Land?

Theo (spielt mit dem Ring aus dem Ei):...Was?...Wie viel Gleichstellung verdient das Land?

Ich: ...VERTRÄGT das Land. Das ist der Titel eine maskulistischen Plattform im Netz.

Theo: Na, so viel wie nötig, oder? Wenn es darum geht, Diskriminerung durch eine entsprechende Gesetzgebung zu verhindern, dann kann man aufhören, wenn alle gleich wenig diskriminiert werden. Es wäre natürlich schöner, Menschen könnten so etwas ohne Vorschriften regeln. Mir scheint allerdings, die Frage selbst dient ohnehin nur dazu, Unfrieden zu stiften.

Ich: Du hast mal gesagt, du würdest dich gern mal mit Alice Schwarzer unterhalten.

Theo: Oh Gott, hast du etwa ihre Telefonnummer? Ich fand sie früher richtig gut - als Kind schon. Als ich sie immer in Talkshows gesehen habe. Heute ist sie ja leider durch so ein paar Entwicklungen doch eher ein beschädigter Popstar. Wie man hört, macht sie sich wohl heute auch viele Feinde im eigenen Lager. Aber sie war natürlich auch schon immer so eine Kampflesbe wie du...

Ich: (sehe mir einfach wieder Theos Bizeps an und stelle mir vor, wie aufregend er erst mit einem flauschigen Katzenkind auf dem Arm aussähe...Hoppla, war das jetzt etwa männerfeindlich? ; ))

Letzter Buchtipp der Woche


The Guy's Guide To Feminism von zwei Männern:  Michael Kaufmann und Michael Kimmel (Seal Press,  2011)

Das "Feminismus-Hamdbuch für Männer" ist eine  humorvolle, schnelle und klar aufgebaute Aufstellung von zum Feminismus gehörenden Stichworten: Sex, Berufswelt, Religion, Gewalt, Männerrechte, etc. Die Erläuterungen und Überlegungen sollen Männern im Prinzip vermitteln, dass sie selbst in ihrem Leben und Alltag von der Gleichstellung von Frauen durchaus  profitieren. 

Das Buch enthält einen Fragebogen, mit dem Mann  überprüfen kann, ob er sich womöglich bereits mit  Feminismus "angesteckt" hat, ohne es zu wissen. Denn die Definition von "Feminist" ist einfach:  Jemand, der für die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter ist. Das kann fast jeden treffen. ; )


*"Wenn du nicht empört bist, passt du nicht gut genug auf."

NH

Sonntag, 19. April 2015

Follow me around 22: Wen die ständige Motzerei nervt, der liest besser nicht bis zum Ende




Der Griff ins Klo

Nachdem nun fast alles aufgeräumt ist, kommt der Dreck dran. Bei mir gibt es zugegebenermaßen ziemlich viel alten Dreck. Vor allem Staub und Kalk. Aber auch durstiges Holz (Parkett und Möbel). Fingerabdrücke an der Wand. Katzenhaare auf Kissen und Stühlen. Zutiefst mysteriöse Flecken im Teppich...

Mit dem Putzen verhält es sich nun neuerdings bei mir, wie mit dem Jäten von Unkraut. Wenn ich erst einmal damit anfange, höre ich mitunter so schnell nicht wieder auf, denn wenn man seine Aufmerksamkeit erst einmal bewusst auf den Schmutz lenkt, fällt einem alle paar Minuten wieder etwas vorher Unbekanntes ins Auge. Und ich interessiere mich zum ersten Mal in meinem Leben für Putzmethoden und Schmutzlösungen.

Ein besonders schwieriges Projekt war seit meinem Einzug vor fünf Jahren das Klo mit einem Kranz aus Urinstein, den mir mein Vorbesitzer vermacht hat, und den ich nie wirklich wegbekommen habe. Probiert hatte ich alles Mögliche: Ich habe die Ablagerungen eingeweicht in Scheuermilch, Baking Soda, Essig, Chlor, Zitronensäure, Orangenöl. Ich habe geschrubbt mit Scotch Brite und zuletzt mit Stahlwolle - mit dem Ergebnis, dass sich der gesamte Innenraum der Toilette grau verfärbte...

YouTube war mir bekanntlich bei der Ausdünnung und Neuorganisation meiner Wohnung eine hervorragende Informations- und Motivationsquelle. Und jetzt hat es mir geholfen, endlich mein Klo und mich von den Spuren den vergangenen Pipi zu befreien. Zwei unerschrockene, reizend verschrobene und unterhaltsame Putzexpertinnen aus England (How clean is your house?) haben mir die Lösung geliefert. Zitronensäure (damit lag ich also gar nicht so falsch) und - aufgepasst - Bimsstein!!! Aber nur der echte, graue! Nicht etwa der aus Plastik...

Jetzt gucke ich immer staunend ins Klo und wundere mich jedes Mal, wie einfach das war. Und ich frage mich, was im Leben wohl noch eigentlich ganz einfach wäre, wenn man nur wüsste, wie...


Die Heimatlosen

Das ist das neue "Obdachlosenheim" in meiner Wohnung. Auch Klöterkiste genannt. Alles, was zunächst kein Zuhause hat, alle, deren Zuhause gerade schlecht zu erreichen ist, und Dinge, bei denen unklar ist, ob sie überhaupt eins bekommen, landen erst einmal hier. Schrauben unbekannter Herkunft, Kieselsteine, Murmeln, alte Filmrollen, verwaiste Schlüssel, ausländisches Kleingeld, kaputte Schlüsselanhänger, Figuren aus Überraschungseiern, Osterdekoration, die beim Gang in den Keller vergessen wurde, etc.

So eine Kiste hilft, chronisch Clutter-Belasteten wie mir, Entscheidungen über Gegenstände unter Zeitdruck ohne schlechtes Gewissen verschieben zu können. Natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt, denn irgendwann ist die Schachtel voll. Ein sehr kluge Einrichtung.


Kalte Küche

In meiner Küche kann es ja nun bekanntlich niemandem mehr zu heiß werden, weil dort (außer in der Mikrowelle) nicht mehr gekocht wird. Außerdem wird bewusst möglichst wenig Geschirr verwendet, um das Ausbrechen einer erneuten Auftürmung und Versiffung zu unterbinden. Und da der Kater sich ja weigert, von Papptellern zu essen, brauche ich den Vorrat nun auf. Ich bin da nicht so anspruchsvoll, wie er. ; )

Frühstück

Public Service Announcement:

Und dann habe ich noch ausgerechnet bei Lidl und Budnikowsky die (fast) ideale kochfreie Verpflegung gefunden: Vegetarische Schnellgerichte mit einem anständigen Eiweißanteil, die auch noch wirklich gut schmecken und preiswert sind.



Und dann noch...

Am Freitag war ich bei Gisela Enders in ihrer berliner Coaching-Praxis, wo sie vorab aus ihrem bald erscheinenden Buch "Wohl in meiner Haut" gelesen hat. Die Lesung war sehr erhellend, und ich freue mich schon auf das ganze Buch.

Die Unterhaltungen waren auch hochinteressant, aber im Rückblick und im Hinblick auf die Möglichkeiten in den Bereichen dicke Selbstakzeptanz und die Bekämpfung von Verunglimpfung und Diskriminierung Dicker fast ein wenig desillusionierend. Das kann ich eigentlich gar nicht brauchen, weil ich ohnehin schon unsicher bin, was die Chancen auf echten Wandel angeht. Und was die Sinnhaftigkeit von tatsächlich stattfindenden Veränderungen betrifft, bin ich momentan auch nicht besonders optimistisch.

Tatsächlich bin ich mit einem leicht flauen Gefühl im Magen wieder nach Hause gefahren.

Ein Thema war die Szene/Community dicker Modebloggerinnen und ihr politischer Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz dicker Menschen. Wobei es hier natürlich fast ausschließlich um Frauen und Kleidung für Frauen geht. Meine Frustration darüber, dass Mode in großen Größen augenscheinlich nicht nur das wichtigste, sondern gefühlt das fast einzige Scharnier ist, an dem sich deutscher "Fett-Aktivismus" im Internet (woanders findet er ja ohnehin noch weniger statt) aufhängt, äußere ich ja immer wieder mal.

Ja, natürlich ist mir der gesellschaftspolitische Zweck der öffentlichen Sichtbarmachung selbstbewusster dicker Körper und ihrer Besitzerinnen durchaus klar. Ich bin mir auch bewusst, dass Kleidung und die Frage, ob man welche kaufen kann, die einem passt, einem sehr nah ist und viel mit dem Gefühl gesellschaftlicher Dazugehörigkeit zu tun hat. Ich bin selbstverständlich sogar der Überzeugung, dass die Tatsache, dass Dicke nicht nur im Bereich Mode, sondern auch bei anderen Aspekten einer "zu kleinen Welt" (ich sage nur Flugzeugsitze) systematisch übergangen und damit pausenlos öffentlich gedemütigt und ins Abseits gestellt werden, ein riesiges und wichtiges Thema wäre. Allein, über Flugzeugsitze habe ich in einem deutschen Fett-Akzeptanz-Blog, soweit ich mich erinnere, noch nie etwas gelesen. Überhaupt geht es in Modeblogs sehr selten um das, was man als dicke Kleiderkäuferin und als Konsumentin im Allgemeinen alles nicht angeboten bekommt. Da wird nicht gern geklagt. Da wird das Beste draus gemacht. Und so geht es eigentlich immer nur um all das Tolle, das man heutzutage trotz seines dicken Körpers schon kaufen kann.

Ich bleibe dabei: Fatshion interessiert mich nur, wenn sie gängige Sehgewohnheiten (bewusst) herausfordert, ohne womöglich den Versuch zu unternehmen, diese Erfahrung für das Publikum gefällig abzumildern. Und nur dann ist sie aus meiner Sicht überhaupt Fatshion - und politisch.

Dream big

Was ich mir ja noch immer wünsche, wäre ein komplettes Umdeuten von Körpernormen, bzw. eine komplette Abschaffung solcher Normen. Wenn ich dann aber dicke Modebloggerinnen im Fernsehen sehe, die eine andere Dicke modisch "umgestalten" dürfen, und ihr eine Kette umhängen, um zu strecken und vom runden Gesicht abzulenken, dann kann ich mir nicht helfen. Dann finde ich, da läuft etwas ganz fürchterlich schief. Das ist Verrat. Und zutiefst beunruhigend. Denn was im Bereich Mode durch die gelegentliche Einbeziehung Dicker vielleicht als positive Veränderung wahrgenommen wird, ist doch nur die halbherzige Aufnahme der Dicken in einen Club, der ohnehin abgeschafft gehört.

Es ist, wenn man tatsächlich mal die ganz große Bühne des Lebens in ihrer tatsächlichen Weite zum Maßstab nimmt, nicht wichtig, was einer anhat. Und es ist nicht wichtig, wie einer aussieht. Ich habe schon mal gesagt, dass die Dicken mit ihrem Kampf um Akzeptanz einen Prozess anstoßen könnten, von dem alle, und vor allem Frauen, wirklich mal etwas hätten: Das Auflösen der Schönheitsstandards überhaupt. Und womöglich die Abschaffung von Modediktaten und Uniformierungsregeln gleich mit. Das könnten sie, wenn sie in ihrer Mehrheit nicht doch so verdammt anpassungswillig wären. An gängige und geltende Körper- und Frauenbilder. Einge dicke Modebloggerinnen bloggen ja zusätzlich auch noch über ihre aktuellen und Diätbemühungen...kann man da eigentlich noch Teil einer Community sein, deren Ziel die Förderung dicker Selbstakzeptanz ist?

Aber ja, ich verstehe auch das (irgendwie zumindest): Es wäre halt doch so schön, "normal" zu sein. 

Ich gebe zu - ich bin nicht gut darin, "Menschen da abzuholen", wo sie gedanklich und emotional gerade stehen. Mir ist halt oft nicht einmal klar, wie sie überhaupt da hinkommen konnten, wo sie gerade stehen. ; ) Ich schnappe nach Luft und rufe dann aufgebracht: "Jetzt komm' endlich da weg! Was ist denn bloß los mit dir?!"

Und nach der Diskussion und dem Erfahrungsaustausch bei Gisela Enders' Lesung hat sich bei mir mal wieder sehr deutlich die Frage aufgetan, ob dicker Aktivismus überhaupt einen Sinn hat, bzw. zu gegebener Zeit endlich nennenswerten gesellschaftlichen und öffentlichen Einfluss entfalten kann. Meiner Ansicht nach hat er den nur, wenn er nicht in der Hauptsache daraus besteht, physische und mediale Schutzräume für Betroffene zu schaffen. Was jedoch vermutlich mehrheitlich gerade deren sehr persönliches Hauptanliegen ist.

Aktivismus wird, wenig überraschend, da richtig anstrengend, wo er aus seinem Schutzraum und dem Kreis der ohnehin Überzeugten heraustritt. Und ich müsste irgendwann wohl mal begreifen, dass nicht jede dicke Frau auch nur annähernd so wütend ist wie ich. Und viele wollen wirklich schlicht nur ein einfacheres Leben für sich selbst, bis sie doch endlich abnehmen. Und weil das bald sein wird, lohnt es sich eigentlich auch nicht, sich zwischendurch noch auf den steinigen Weg der Fett- und Selbstakzeptanz zu begeben.

Ich habe ja schon einmal beklagt, dass der Aktivismus offenkundig selbst für die einstigen Anführerinnen einer Bewegung oftmals so anstrengend wird, dass sie sich an einem bestimmten Punkt doch zurückziehen und die von ihnen angestoßene Entwicklung sowie die erfolgreich angestachelten Anhängerinnen sodann sich selbst überlassen.

Golda Poretzky, ehemals Coach für dicke Selbstakzeptanz mit Praxis in New York, hat eben diese faktisch stillgelegt. Ich verdanke ihr was, weil mich die eintägige Online-Vorlesungsreihe, die sie vor zwei Jahren organisiert hat, sehr beeindruckt und mir ziemlich viele neue Felder zum anschließenden, gründlichen Bedenken eröffnet hat.

Wie dem auch sei - Golda Poretzky lebt nicht mehr das Leben einer Aktivistin. Und sie ist heilfroh darüber. Das ist ihrem letzten Blog-Post vom Dezember des letzten Jahres deutlich zu entnehmen. Ich unterstelle nun, es ist nicht nur die Tatsache, dass sie als Anwältin in Festanstellung ein besseres Einkommen hat. Ich unterstelle, es ist auch einfach die Erleichterung, in einem "normalen" und irgendwie regelrecht "dünnen" Leben angekommen zu sein, d.h. in einem Leben, in dem man sich nicht dauernd auch und vor allem in eigener Sache empören, solidarisieren und rüsten muss. Und in dem man nicht pausenlos durch die Kundinnen auch mit dem eigenen Lebenshindernis konfrontiert ist. Und welches sie für sich als Dicke, Coach hin oder her, selbst vielleicht gar nicht für erreichbar gehalten hat. Sie sagt, man darf seine Lebensträume ändern. Das darf man natürlich. Ich aber unterstelle: Die Lebensberatung für Dicke war von Anfang an nicht der große Traum. Es war der Versuch, die eigenen Hürden zum Sprungbrett zu machen. Auch daran ist nichts Verwerfliches. Es ist halt nur blöd für das interessierte und betroffene Publikum, wenn die Bemühungen eingestellt werden, weil es am Ende für die Anführerin eben doch besser ist, "normal" zu werden. Wenigstens Golda ist nun erleichtert, auch nicht mehr so viel twittern zu müssen.

Besser scheitern

Soll man schwierige Ziele besser irgendwann aufgeben, um das Leben zu vereinfachen? Um es im Zuge des faktischen Scheiterns dann zu verbessern? Schließlich ist zumindest die Vereinfachung des persönlichen Alltags seit geraumer Zeit eines meiner Hauptprojekte...Und wenn es um Diäten geht, würde ich die Frage selbstverständlich mit einem lauten "Ja!" beantworten. Wenn es aber um das Durchsetzen gesellschaftlicher Fettakzeptanz geht, wäre eine Antwort noch immer "Nein!".

Ich bin ja mitunter so viel zu viel und so vergnatzt, dass ich selbst meine Therapeutinnen dazu bringe, zu entgleisen und alle Professionaltät über Bord zu kippen. Meine vorletzte schleuderte mir in einer der letzten Sitzungen entgegen, dass das mit mir und meiner psychischen Genesung ohnehin nichts werden könne, "weil Sie sich selbst abgrundtief hassen!". Sie war überwältigt und ratlos angesichts der offenbar in ihrer Praxis noch nie dagewesenen Härte und dem hochfrustrierten Perfektionismus einer dicken Dame, die damals seit über drei Jahrzehnten nicht einen Tag in friedvoller Übereinstimmung mit ihrem aktuellen Selbst verbracht hatte, weil es ihr die Welt seit früher Kindheit unmöglich gemacht hatte. Ich behaupte: Die Ärmste kannte schlicht nicht allzu viele dicke Damen. Denn gerade das, was sie so erschreckt hat, ist etwas, was viele von uns vermutlich gemeinsam haben.

In einer meiner aktuellen Therapiesitzungen vor zwei Wochen schrieb ich dann spontan folgende, eigentlich sehr einfache Erkenntnis auf: "Die heute (noch) gefühlte Selbstverachtung speist sich maßgeblich aus nicht erfüllten Erwartungen an das eigene, ideale Ich. Und das (ist so) seit ich ein Kind bin."

Wobei sich die Vorstellungen, wie der eigene Körper eigentlich sein sollte, in den letzten zwei Jahren tatsächlich komplett verändert hat. Ich kam aus dem Bad, huschte am Spiegel vorbei, stutzte, kam noch einmal zurück - und fand mich tatsächlich schön. Nicht nur akzeptabel. Schön.

It can be done. ; )



NH

© Candybeach.com 2015

Sonntag, 12. April 2015

Heim und Welt


Damals wie heute: In ihren Träumen. ; )

Anleitung zur Entwicklung einer Essstörung von 1964 (mit einem Schuss frühzeitlicher und bis heute beliebter  "Schlacken"-Esoterik) - endlich zum dünnen Wunschkörper mit Abführmitteln!

Das Archiv meines Vaters ist nun, über zwanzig Jahre nach seinem Tod, aussortiert und ausgedünnt auf sieben Ordner (ohne seine Briefe und Postkarten an mich). Erst vor ein paar Wochen habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich Erbin eines gesamten Jahrgangs der Frauenzeitschrift "Heim und Welt" bin, was daran liegt, dass mein Vater als junger Journalist zwischen 1963 und 1964 für das Blatt gearbeitet hat.

Erst vor ein paar Tagen habe ich dann begonnen zu erahnen, was für ein Reichtum sich da auftut im Hinblick auf die Geschichte der Sozialisierung von Frauen. Jedes Blatt ist eine Schatzkiste an Kuriositäten - hoch amüsant und haarsträubend zugleich. Allerdings wird einem natürlich auch voller Wucht mal wieder klar, wie verdammt rau und unverblümt der öffentliche Ton damals (schon) war, wenn es darum ging, Frauen zu ermahnen, ja nicht aus dem Rahmen zu fallen (weder körperlich noch was ihr Verhalten betraf). Was heute die Unnachgiebigkeit von Photoshop ist, war damals eine mitunter noch ganz besonders spitze Feder: So musste die Callas ihre Schönheit "opfern" und sich in eine fette Monströsität verwandeln, um überhaupt noch richtig singen zu können...schier zum Kotzen so ein grauenhaftes Schicksal...




























































Zu trauen war einem weiblichen Körper bekanntlich noch nie. Zuzutrauen war ihm hingegen natürlich schon immer alles. Und Frauen, die ihn ins Arbeitsleben und womöglich gar auf die Karriereleiter zwangen, konnten dann auch ganz schnell erleben, was sie davon hatten. Das schweißtreibende Vorhaben, es Männern beruflich gleichzutun, führte zunächst einmal hierzu: Gestank. Verheerend, denn wenn Männer nun Frauen schon hören mussten - riechen wollten sie sie bitteschön nicht auch noch.

Bemerkenswert auch der "Rat der Woche" oben rechts. Da war wohl eher die "Ratte der Woche" am Werk, um den Geschlechtsgenossinnen was einzureden.

Wobei ich Ratten ja eigentlich mag...

Ratte der Woche: Lächeln ist entwicklungsgeschichtlich eine Unterwerfungsgeste!

Man kann drüber lächeln oder entsetzt sein. Aber sollte ich jemals vorgehabt haben, eines Tages doch noch eine "bezaubernde" Frau (also, jetzt nicht wie in "Hexe") zu werden, so kann ich den Plan nun endlich und mit großer Gewissheit verwerfen. Denn ich lächle ja grundsätzlich nur sehr widerwillig ohne Grund. Mein Leben, von der Kindheit in den Siebzigern bis heute, hat mich mithin immer wieder gelehrt, dass das bei einem weiblichen Menschen zumeist gar nicht gut ankommt. Ich sage es noch einmal: Wenn ich einen Groschen hätte für jede Ermahnung doch mal zu lächeln, über die Jahrzehnte hinweg unermüdlich verteilt von Fotografen, Lehrern, Männern, etc., hätte ich ihn schon längst, meinen apfelgrünen Porsche...Und auch in den Sechzigern wäre ich pausenlos unangenehm aufgefallen - und hätte ein Vermögen machen können:

Und auch hier: verschärftes Dicken-Bashing. 

Um aber noch einmal zum väterlichen Archiv im Allgemeinen zurückzukommen - was hat mein Vater wohl in der Pressemappe der Second Allied Tactical Air Force verwahrt? Richtig...Kunst. Um genau zu sein das Werk einer feministischen Avantgardistin. "Blattfrau mit Muschelaugen" von Nicola Hinz, vier Jahre alt. ; )

NH


Sonntag, 5. April 2015

Keine dicke Haut

Beauty Blogger kann ich auch. ; )

Denn seit dem Kampf gegen die plötzlich nach fast 20 Jahren plötzlich wieder aufgetretenen perioralen Dermatitis hat sich die Haut nie wieder so ganz beruhigt oder wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden. Das sprichwörtliche und symbolisch-ironisch "hübsche Gesicht" des dicken Mädchens ist nun also fortgesetzt so prekär wie einst das Essverhalten.

Sie ist mitunter rot-fleckig (mit sichtbaren Äderchen), trocken, schuppig und spannt. Gleichzeitig neigt sie zur nervösen Überempfindlichkeit mit spontaner, juckender Bläschen- und Quaddelbildung, wenn ihr offenbar mal wieder alles zu viel geworden ist. Die Null-Diät während der Abheilung der Dermatitis habe ich allerdings inzwischen beendet. Heilerdemasken und die Kühlung mit Tee-Eiswürfeln führe ich nur noch gelegentlich durch, weil sie auch nur noch bedingt helfen.

Zum Reinigen verwende ich wieder Reinigungsgel von Neutrogena und Gesichtswasser von Clinique.

Um die Haut nicht zu ärgern, aber doch irgendwie ein wenig zu versorgen und zu schützen, bin ich nun bei einer Kosmetik gelandet, die ich seit meiner Zeit als von Akne geplagter Teenager nie mehr in Betracht gezogen hatte: Apothekenkosmetik. In meinem Fall natürlich für überempfindliche Haut (mit Tendenz zu Rosazea). So bin ich zu den Produkten der Theramalwasserlinien La Roche-Posay und Avène gekommen. Und bin, für mich selbst überraschend, ganz zufrieden mit dem Resultat. Sogar und vor allem auch mit dem abdeckenden Make-up. Denn das scheint der Haut nicht nur nicht zuzusetzen, sondern sie zusätzlich gar zu beruhigen. Einzig die Wimperntusche für sensible Augen, die ist wirklich nix. Glücklicherweise kann ich hier weiterhin/wieder meine alte von benefit verwenden, ohne Probleme zu bekommen.

Auch überraschend ist, dass meine gute alte grüne Hautcreme von Weleda, die ja eigentlich voll ist mit Fett und ätherischen Ölen, der Haut über Nacht auch ganz gut tut und sie tatsächlich, wenn sie mal besonders aufgeregt ist. Und natürlich hilft sie auch weiterhin großartig gegen Hautunreinheiten.

Am Ende habe ich mal ein paar Fotos gemacht - vom aktuellen Status der Haut und damit dem Ergebnis der Anwendung der Produkte. Läuft schon. Allerdings vermisse ich meine "dicke" Haut, mit der man alles ausprobieren, die man mit so ziemlich allem beschmieren konnte und der man Stress nicht immer sofort ansah sehr...es braucht halt auch noch mehr autogenes Training...seufz...

Weleda Hautcreme/Skin Food (manchmal nachts)
Avène Beruhigende Augencreme (Tag und Nacht)
Avéne Antirougeurs Jour - Feuchtigkeitsemulsion SPF20 (Tag)
Avéne Antirougeuers FORT Intensivpflege (Tag und Nacht)
Avéne Creme für überempfindliche Haut (für die Nacht)
Avène Couverance Korrekturstick SPF20 Grün und Gelb 
Toleriane Teint Make-up Fluid SPF 25 Beige Clair 11
Toleriane Teint Blush 02 Rose Doré
Avène Couverance 2-in-1 Lippen- und Konturenstifte 
LA ROCHE-POSAY Respectissime Ombre Douce Primer und Lidschatten-Duo 02 Smoky Brun
MAC - Blushbaby (zur Ergänzung des anderen Produktes von La Roche-Posay)
Chanel Eyeliner (Gibt es nicht mehr zu kaufen. Die Packung, die ich noch immer verwende, ist wahrscheinlich fast 20 Jahre alt. Aber ich habe außerdem einen Vorrat angelegt, der für den Rest meines Lebens reichen dürfte.)
benefit they're Real! Mascara (Ehrlich - Mascara für empfindliche Augen ist nicht gut. Sie ist dünn und hält nicht. Solange ich reguläre Wimperntusche vertrage, verwende ich die auch.)
VICHY Dermablend Fixier-Puder
Quick Fix wenn es schnell gehen muss und zum Auffrischen - Toleriane Mineral Kompakt-Puder-Make-Up SPF 25 Beige Clair 11



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